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So vergleichen wir

Glossar · 92 Begriffe

Finanzbegriffe, klar erklärt.

Von Abgeltungsteuer bis Zinseszins: Jeder Begriff in einem Satz – und wer mehr wissen will, klappt die ausführliche Erklärung auf.

A

Abgeltungsteuer

Steuern
Pauschale Steuer von 25 % auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, zuzüglich Solidaritätszuschlag.

Die Abgeltungsteuer beträgt 25 %, hinzu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer, insgesamt also 26,375 %, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Deutsche Banken und Broker behalten sie automatisch ein und führen sie ans Finanzamt ab. Beispiel: Bei 2.000 € Kursgewinn und bereits ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag werden 527,50 € fällig. Ist dein persönlicher Steuersatz niedriger, kannst du die Günstigerprüfung beantragen.

Aktie

Börse & Handel
Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital eines Unternehmens verbrieft.

Mit einer Aktie wirst du Miteigentümer eines Unternehmens und bist an dessen Gewinnen und Verlusten beteiligt. Erträge entstehen durch Kurssteigerungen und gegebenenfalls Dividenden. Im schlimmsten Fall, etwa bei einer Insolvenz, kann der Wert bis auf null fallen. Gehandelt werden Aktien in der Regel an Börsen oder im außerbörslichen Direkthandel.

Anlegerentschädigung

Sicherheit & Regulierung
Gesetzliche Absicherung, falls ein Institut Wertpapiere oder Gelder aus Wertpapiergeschäften nicht zurückgeben kann.

Die Anlegerentschädigung greift zum Beispiel, wenn ein Institut Kundenwertpapiere veruntreut hat und sie nach einer Insolvenz nicht herausgeben kann. Erstattet werden 90 % der Forderung, höchstens 20.000 € pro Anleger. Kursverluste durch normale Marktschwankungen sind ausdrücklich nicht abgesichert. Da Wertpapiere im Depot als Sondervermögen gelten, ist dieser Fall in der Praxis selten.

Anleihe

Börse & Handel
Verzinsliches Wertpapier, mit dem sich Staaten oder Unternehmen Geld von Anlegern leihen.

Wer eine Anleihe kauft, gibt dem Herausgeber (Emittenten) einen Kredit und erhält dafür meist feste Zinszahlungen, den sogenannten Kupon, sowie am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. Beispiel: Eine Anleihe über 1.000 € mit 3 % Kupon zahlt 30 € Zinsen pro Jahr. Risiken sind vor allem ein Zahlungsausfall des Emittenten und Kursverluste bei steigenden Marktzinsen.

Asset Allocation

Strategie & Kennzahlen
Aufteilung eines Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Tagesgeld oder Rohstoffe.

Die Asset Allocation bestimmt maßgeblich, wie stark ein Portfolio schwankt und welche Renditechancen es hat. Ein Beispiel ist eine Aufteilung von 70 % Aktien-ETF und 30 % Tagesgeld oder Anleihen. Die passende Gewichtung hängt von Anlagehorizont, Risikobereitschaft und finanziellen Zielen ab. Durch Rebalancing wird die gewählte Aufteilung im Zeitverlauf beibehalten.

Ausgabeaufschlag

Kosten
Einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen über die Fondsgesellschaft, meist in Prozent des Anteilswerts.

Der Ausgabeaufschlag fällt vor allem bei aktiv gemanagten Fonds an und kann mehrere Prozent betragen. Beispiel: Bei 5 % Ausgabeaufschlag werden von 1.000 € nur rund 952 € tatsächlich angelegt. Beim Kauf über die Börse entfällt er in der Regel, dafür zahlst du Ordergebühren und Spread. ETFs werden üblicherweise ohne Ausgabeaufschlag gehandelt.

Ausschüttend

Fonds & ETFs
Fonds oder ETF, der Erträge wie Dividenden und Zinsen regelmäßig an die Anleger auszahlt.

Ausschüttende ETFs zahlen Erträge zum Beispiel jährlich, halbjährlich oder quartalsweise auf dein Verrechnungskonto aus. Das kann sinnvoll sein, wenn du laufende Einnahmen möchtest oder deinen Sparerpauschbetrag gezielt nutzen willst. Ausschüttungen sind steuerpflichtig, bei Aktienfonds greift die Teilfreistellung. Wer die Erträge wieder anlegen möchte, muss das selbst tun oder einen thesaurierenden Fonds wählen.

B

BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)

Sicherheit & Regulierung
Deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel.

Die BaFin mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main beaufsichtigt Banken, Finanzdienstleister, Wertpapierinstitute, Versicherungen und den Wertpapierhandel in Deutschland. Sie erteilt Erlaubnisse, überwacht die Einhaltung von Regeln und warnt vor unseriösen Anbietern. Ob ein Anbieter zugelassen ist, kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen. Anbieter aus anderen EU-Ländern können über den EU-Pass auch ohne deutsche Erlaubnis tätig sein.

Banklizenz

Sicherheit & Regulierung
Erlaubnis der Aufsicht, Bankgeschäfte wie das Einlagen- oder Depotgeschäft zu betreiben.

Zuständig sind in Deutschland die BaFin und, bei Einlagenkreditinstituten im Euroraum, die Europäische Zentralbank. Manche Neobroker haben eine eigene Banklizenz, andere arbeiten als Wertpapierinstitut mit einer Partnerbank zusammen, die Depot und Konto führt. Für dich ist vor allem wichtig, welches Institut dein Geld und deine Wertpapiere tatsächlich verwahrt und welche Einlagensicherung gilt.

Bitcoin (BTC)

Krypto
Erste und bekannteste Kryptowährung, 2009 gestartet und auf 21 Millionen Einheiten begrenzt.

Bitcoin wurde von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt und funktioniert ohne Zentralbank. Neue Bitcoin entstehen durch Mining im Proof-of-Work-Verfahren; etwa alle vier Jahre halbiert sich die Belohnung dafür (Halving). Ein Bitcoin ist in 100 Millionen kleinste Einheiten (Satoshi) teilbar, sodass auch kleine Beträge investiert werden können. Der Kurs ist sehr schwankungsanfällig.

Blockchain

Krypto
Dezentrale, fortlaufend erweiterte Datenbank, in der Transaktionen in verketteten Blöcken manipulationssicher gespeichert werden.

Eine Blockchain wird auf vielen Rechnern gleichzeitig geführt; neue Transaktionen werden gebündelt, nach festen Regeln bestätigt und als Block an die Kette angehängt. Weil jeder Block auf den vorherigen verweist, lassen sich frühere Einträge praktisch nicht unbemerkt ändern. Für die Bestätigung nutzen Netzwerke Verfahren wie Proof of Work (Bitcoin) oder Proof of Stake (Ethereum).

Börse

Börse & Handel
Organisierter, beaufsichtigter Marktplatz, auf dem Wertpapiere nach festen Regeln gehandelt werden.

An einer Börse treffen Kauf- und Verkaufsaufträge aufeinander, aus denen sich nach festgelegten Regeln die Kurse bilden. Bekannte Beispiele in Deutschland sind Frankfurt mit dem Handelssystem Xetra, München mit gettex und Berlin mit Tradegate. Börsen unterliegen in Deutschland der Aufsicht der Börsenaufsichtsbehörden der Länder sowie der BaFin. Privatanleger handeln dort nicht direkt, sondern immer über eine Bank oder einen Broker.

Bruchstücke (Fractional Shares)

Börse & Handel
Anteile an einem Wertpapier, die kleiner als ein ganzes Stück sind, etwa 0,25 ETF-Anteile.

Bruchstücke entstehen vor allem bei Sparplänen: Investierst du 50 € in einen ETF, dessen Anteil 100 € kostet, erhältst du 0,5 Anteile. So lassen sich feste Beträge vollständig anlegen, auch bei teuren Wertpapieren. Bei einem Depotübertrag lassen sich Bruchstücke oft nicht übertragen und müssen dann verkauft werden. Je nach Anbieter können auch Stimmrechte eingeschränkt sein.

Buy and Hold

Strategie & Kennzahlen
Langfristige Anlagestrategie, bei der Wertpapiere gekauft und unabhängig von kurzfristigen Schwankungen gehalten werden.

Bei Buy and Hold verzichtest du bewusst auf häufiges Kaufen und Verkaufen und auf Versuche, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Das spart Ordergebühren, Spreads und Steuern auf zwischenzeitliche Gewinne. Die Strategie wird oft mit breit gestreuten ETFs umgesetzt. Voraussetzung ist, auch längere Verlustphasen auszuhalten, ohne in Panik zu verkaufen.

C

CAGR (Compound Annual Growth Rate)

Strategie & Kennzahlen
Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate einer Anlage über mehrere Jahre unter Berücksichtigung des Zinseszinses.

Die CAGR gibt an, mit welcher gleichbleibenden jährlichen Rendite ein Startwert zum Endwert gewachsen wäre. Formel: (Endwert ÷ Startwert)^(1 ÷ Jahre) − 1. Beispiel: Wachsen 10.000 € in 10 Jahren auf 20.000 €, beträgt die CAGR rund 7,18 % pro Jahr – nicht 10 %, wie ein einfacher Durchschnitt nahelegen würde. Zwischenzeitliche Schwankungen zeigt sie nicht.

CFD (Contract for Difference)

Börse & Handel
Hochspekulativer Differenzkontrakt, mit dem auf Kursbewegungen gesetzt wird, ohne den Basiswert zu besitzen.

Bei einem CFD vereinbarst du mit dem Anbieter, die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs eines Basiswerts auszugleichen, meist mit Hebel. Schon kleine Kursbewegungen führen dadurch zu großen Gewinnen oder Verlusten. Für Privatanleger gelten in der EU Hebelbegrenzungen und ein Schutz vor negativem Kontosaldo; Anbieter müssen zudem angeben, welcher Anteil ihrer Kundenkonten Geld verliert. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind CFDs nicht gedacht.

Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt)

Strategie & Kennzahlen
Effekt beim regelmäßigen Investieren fester Beträge: Bei niedrigen Kursen werden mehr, bei hohen weniger Anteile gekauft.

Investierst du regelmäßig einen festen Betrag, erhältst du automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind. Beispiel: Je 100 € bei Kursen von 10 € und 5 € ergeben 30 Anteile zu durchschnittlich 6,67 € statt 7,50 €. Der Effekt glättet den Einstiegszeitpunkt, garantiert aber keinen Gewinn. In langfristig steigenden Märkten kann eine sofortige Einmalanlage im Schnitt sogar besser abschneiden.

D

Depot (Wertpapierdepot)

Börse & Handel
Konto bei einer Bank oder einem Broker, in dem deine Wertpapiere verwahrt und verwaltet werden.

Im Depot werden Aktien, ETFs, Anleihen und andere Wertpapiere für dich verwahrt; dort siehst du Bestände, Kurse und Transaktionen. Zu einem Depot gehört in der Regel ein Verrechnungskonto für Ein- und Auszahlungen. Die Wertpapiere bleiben dein Eigentum und gelten als Sondervermögen, sind also bei einer Insolvenz der Bank geschützt. Je nach Anbieter können Depotgebühren anfallen.

Depotbank (Verwahrstelle)

Sicherheit & Regulierung
Bank, die Wertpapiere für Kunden oder das Vermögen eines Fonds verwahrt.

Im Alltag ist die Depotbank das Institut, bei dem dein Wertpapierdepot geführt wird – bei manchen Brokern ist das eine Partnerbank. Bei Investmentfonds und ETFs bezeichnet der Begriff die Verwahrstelle, die das Fondsvermögen getrennt von der Fondsgesellschaft verwahrt und deren Tätigkeit kontrolliert. Beide Konstruktionen tragen dazu bei, dass dein Vermögen auch bei Problemen eines Anbieters geschützt bleibt.

Depotgebühr

Kosten
Gebühr für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren im Depot.

Depotgebühren werden meist jährlich oder quartalsweise berechnet, entweder pauschal oder als Prozentsatz des Depotwerts. Bei Filialbanken sind sie verbreiteter, viele Online- und Neobroker verzichten darauf ganz oder unter bestimmten Bedingungen. Beispiel: Eine Gebühr von 0,2 % pro Jahr kostet bei einem Depotwert von 50.000 € jährlich 100 €. Über Jahrzehnte summieren sich solche Kosten spürbar.

Depotübertrag

Börse & Handel
Umzug von Wertpapieren von einem Depot in ein anderes, ohne sie verkaufen zu müssen.

Beim Depotübertrag beauftragst du meist die neue Bank, deine Wertpapiere bei der alten abzurufen; die steuerlichen Anschaffungsdaten werden mit übertragen. Für den Übertrag selbst darf die abgebende Bank in Deutschland nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich keine Gebühren verlangen, bei im Ausland verwahrten Papieren können Fremdkosten anfallen. Bruchstücke lassen sich oft nicht übertragen. Sparpläne und Freistellungsaufträge richtest du neu ein.

Direkthandel (außerbörslicher Handel)

Börse & Handel
Handel von Wertpapieren direkt mit einem Handelspartner statt über eine Börse.

Im Direkthandel kaufst oder verkaufst du zu einem verbindlichen Kurs, den ein Emittent, eine Bank oder ein Market Maker stellt. Vorteile sind oft längere Handelszeiten, eine schnelle Ausführung und teils geringere Gebühren. Dafür findet keine klassische Börsenpreisbildung statt, und die Qualität der Kurse hängt vom Handelspartner ab. Es lohnt sich daher, Kurs und Spread mit einem Referenzmarkt wie Xetra zu vergleichen.

Diversifikation

Strategie & Kennzahlen
Streuung des Vermögens auf viele Anlagen, Branchen und Regionen, um Einzelrisiken zu verringern.

Wer breit streut, ist weniger abhängig vom Schicksal einzelner Unternehmen oder Länder. Ein weltweiter Aktien-ETF enthält zum Beispiel Hunderte bis Tausende Unternehmen, sodass die Pleite eines einzelnen kaum ins Gewicht fällt. Diversifikation senkt das unternehmensspezifische Risiko, das allgemeine Marktrisiko bleibt jedoch bestehen. Auch die Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen gehört dazu.

Dividende

Börse & Handel
Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre.

Über die Höhe der Dividende entscheidet in Deutschland die Hauptversammlung; ausgezahlt wird ein Betrag je Aktie. Beispiel: Bei 100 Aktien und einer Dividende von 1,50 € je Aktie erhältst du 150 € vor Steuern. Am Tag nach der Hauptversammlung wird die Aktie in der Regel um den Dividendenbetrag niedriger gehandelt (Dividendenabschlag). Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer, bei ausländischen Aktien kann zusätzlich Quellensteuer anfallen.

Drawdown (Maximum Drawdown)

Strategie & Kennzahlen
Verlust vom bisherigen Höchststand bis zum folgenden Tiefpunkt, angegeben in Prozent.

Der Maximum Drawdown zeigt den größten zwischenzeitlichen Wertverlust einer Anlage in einem Zeitraum und macht Risiken greifbar. Beispiel: Fällt ein Depot von 100.000 € auf 60.000 €, beträgt der Drawdown 40 %. Um wieder auf den Ausgangswert zu kommen, ist dann ein Anstieg von rund 67 % nötig. Für die Planung ist wichtig, ob du solche Phasen finanziell und emotional durchhalten könntest.

E

Einlagensicherung

Sicherheit & Regulierung
Gesetzlicher Schutz von Bankguthaben bis 100.000 € pro Kunde und Bank, falls eine Bank in der EU insolvent wird.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben etwa auf Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Verrechnungskonten in der EU bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Bei Banken aus anderen EU-Ländern greift das jeweilige nationale Sicherungssystem. Viele deutsche Banken sind zusätzlich freiwilligen Sicherungseinrichtungen angeschlossen. Wertpapiere im Depot fallen nicht darunter, weil sie als Sondervermögen ohnehin dir gehören.

Emerging Markets (Schwellenländer)

Fonds & ETFs
Volkswirtschaften auf dem Weg vom Entwicklungs- zum Industrieland, etwa China, Indien oder Brasilien.

Schwellenländer bieten oft höhere Wachstumschancen, aber auch höhere politische, wirtschaftliche und Währungsrisiken. In Indizes wie dem MSCI Emerging Markets sind sie gebündelt, im MSCI World dagegen nicht enthalten. Viele Anleger ergänzen einen Industrieländer-ETF deshalb um einen Emerging-Markets-ETF oder wählen direkt einen weltweiten Index wie den FTSE All-World.

Entnahmeplan

Strategie & Kennzahlen
Regelmäßiger Verkauf von Fondsanteilen oder Wertpapieren, um aus einem Vermögen laufende Auszahlungen zu erhalten.

Ein Entnahmeplan ist das Gegenstück zum Sparplan: Statt regelmäßig zu investieren, verkaufst du zum Beispiel monatlich Anteile in Höhe eines festen Betrags. Er wird oft im Ruhestand genutzt, um ein Depot schrittweise in ein Zusatzeinkommen umzuwandeln. Wie lange das Geld reicht, hängt von Entnahmehöhe, Rendite, Kosten, Steuern und Inflation ab. Manche Anbieter bieten automatische Entnahmepläne an.

ETC (Exchange Traded Commodity)

Fonds & ETFs
Börsengehandeltes Wertpapier, das die Preisentwicklung eines Rohstoffs wie Gold oder Öl abbildet.

ETCs sind rechtlich keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen des Emittenten. Anders als bei ETFs ist das Anlegergeld daher kein Sondervermögen; bei einer Pleite des Emittenten besteht ein Ausfallrisiko, das oft durch Besicherung, etwa mit physisch hinterlegtem Gold, verringert wird. ETCs werden wie Aktien und ETFs an der Börse gehandelt. Steuerlich können sie je nach Ausgestaltung anders behandelt werden als Fonds.

ETF (Exchange Traded Fund)

Fonds & ETFs
Börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachbildet.

Ein ETF bündelt viele Wertpapiere in einem Produkt, zum Beispiel alle Aktien des MSCI World. Weil er passiv einem Index folgt, sind die laufenden Kosten meist deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. ETFs können wie Aktien fortlaufend über die Börse gehandelt werden und eignen sich auch für Sparpläne. Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen vor einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.

F

Freistellungsauftrag

Steuern
Auftrag an deine Bank, Kapitalerträge bis zu einem festgelegten Betrag ohne Steuerabzug auszuzahlen.

Mit einem Freistellungsauftrag nutzt du den Sparerpauschbetrag direkt bei der Bank. Du kannst ihn auf mehrere Institute aufteilen, insgesamt aber höchstens 1.000 € als Lediger bzw. 2.000 € bei Zusammenveranlagung, zum Beispiel 600 € beim Broker und 400 € bei der Tagesgeldbank. Ohne Freistellungsauftrag wird die Steuer zunächst einbehalten und kann nur über die Steuererklärung zurückgeholt werden.

Fremdspesen

Kosten
Zusätzliche Kosten von Dritten bei einer Order, etwa Börsenentgelte oder Maklercourtage.

Neben der Ordergebühr des Brokers können bei der Ausführung Entgelte des Handelsplatzes, Courtagen von Skontroführern oder Abwicklungskosten anfallen. Diese Fremdspesen werden oft separat ausgewiesen und unterscheiden sich je nach Börse. Gerade bei kleinen Orders können sie die Gesamtkosten deutlich erhöhen. Im Preisverzeichnis solltest du deshalb auf Hinweise wie „zzgl. Fremdspesen“ achten.

FTSE All-World

Fonds & ETFs
Globaler Aktienindex mit mehreren tausend Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.

Der FTSE All-World bildet große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab und ist damit breiter gestreut als der MSCI World. Wie bei den meisten Aktienindizes erfolgt die Gewichtung nach Marktkapitalisierung, die USA haben daher den größten Anteil. ETFs auf diesen Index sind eine Möglichkeit, mit einem einzigen Produkt weltweit in Aktien zu investieren.

G

gettex

Börse & Handel
Handelsplatz der Börse München mit langen Handelszeiten, an dem Market Maker die Kurse stellen.

gettex ist ein Handelssegment der Börse München, bei dem die Preise von Market Makern gestellt werden. Gehandelt werden kann an Börsentagen mit langen Handelszeiten bis in den Abend. Häufig fallen dort keine zusätzlichen Börsenentgelte an, weshalb gettex bei kleineren Orders und Sparplänen beliebt ist. Wie bei jedem Handelsplatz lohnt sich ein Blick auf den Spread, besonders in ruhigen Randzeiten.

H

Handelsplatz

Börse & Handel
Ort oder System, über das eine Wertpapierorder ausgeführt wird – etwa eine Börse oder ein außerbörslicher Handelspartner.

Bei vielen Brokern kannst du wählen, wo deine Order ausgeführt wird, zum Beispiel an Xetra, einer Regionalbörse oder im Direkthandel. Handelsplätze unterscheiden sich bei Handelszeiten, Liquidität, Spread und Zusatzkosten wie Börsenentgelten. Manche Broker bieten nur einen oder wenige Handelsplätze an. Für Sparpläne legt meist der Broker den Ausführungsplatz fest.

I

Index

Fonds & ETFs
Kennzahl, die die Wertentwicklung einer festgelegten Gruppe von Wertpapieren abbildet, etwa DAX oder MSCI World.

Ein Index fasst nach festen Regeln ausgewählte Wertpapiere zusammen und zeigt, wie sich dieser Markt insgesamt entwickelt. Die meisten großen Aktienindizes gewichten ihre Bestandteile nach Marktkapitalisierung. Kursindizes bilden nur Kursveränderungen ab, bei Performanceindizes wie dem DAX werden Dividenden rechnerisch wieder angelegt. ETFs bilden Indizes nach und machen sie investierbar.

Inflation

Strategie & Kennzahlen
Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, durch den die Kaufkraft des Geldes sinkt.

Bei Inflation bekommst du für denselben Betrag mit der Zeit weniger Waren und Dienstleistungen. Beispiel: Bei 2 % Inflation pro Jahr hat ein Betrag von 1.000 € nach 10 Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 820 €. Für den Vermögensaufbau zählt deshalb die reale Rendite, also die Rendite nach Abzug der Inflation. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an.

Investmentfonds

Fonds & ETFs
Gebündeltes Vermögen vieler Anleger, das eine Fondsgesellschaft nach festgelegten Regeln investiert.

Ein Investmentfonds sammelt Geld vieler Anleger und legt es breit gestreut an, etwa in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Bei aktiv gemanagten Fonds wählt ein Fondsmanagement die Wertpapiere aus, um besser als ein Vergleichsindex abzuschneiden. Dafür fallen häufig ein Ausgabeaufschlag und höhere laufende Kosten an als bei ETFs. Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.

ISIN (International Securities Identification Number)

Börse & Handel
Internationale, 12-stellige Kennnummer, mit der ein Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert wird.

Die ISIN besteht aus einem zweistelligen Ländercode, einer neunstelligen nationalen Kennung und einer Prüfziffer. Beispiel: Die ISIN der SAP-Aktie lautet DE0007164600. Bei deutschen Wertpapieren ist die WKN in der ISIN enthalten. Wer bei der Suche oder Order die ISIN nutzt, vermeidet Verwechslungen, etwa zwischen ähnlich benannten ETFs.

K

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

Strategie & Kennzahlen
Bewertungskennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt.

Das KGV zeigt, das Wievielfache des jährlichen Gewinns Anleger für eine Aktie zahlen. Beispiel: Kostet eine Aktie 100 € und erzielt das Unternehmen 5 € Gewinn je Aktie, liegt das KGV bei 20. Ein niedriges KGV kann auf eine günstige Bewertung hindeuten, aber auch auf schwache Aussichten. Sinnvoll ist vor allem der Vergleich mit Unternehmen derselben Branche und über mehrere Jahre.

Kinderdepot (Juniordepot)

Börse & Handel
Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes läuft und von den Eltern verwaltet wird.

Im Kinderdepot gehört das Vermögen rechtlich dem Kind; die Eltern handeln als gesetzliche Vertreter und dürfen das Geld nicht für eigene Zwecke verwenden. Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € und kann bei geringem Einkommen eine NV-Bescheinigung nutzen. Mit der Volljährigkeit erhält es die volle Verfügungsgewalt über das Depot.

Kirchensteuer

Steuern
Zusätzliche Steuer für Kirchenmitglieder, die auch auf Kapitalerträge anfällt: 8 % bzw. 9 % der Abgeltungsteuer.

In Bayern und Baden-Württemberg beträgt die Kirchensteuer 8 %, in den übrigen Bundesländern 9 % der Abgeltungsteuer. Banken fragen die Religionszugehörigkeit automatisch beim Bundeszentralamt für Steuern ab und behalten die Kirchensteuer direkt ein, sofern kein Sperrvermerk vorliegt. Weil sie steuermindernd berücksichtigt wird, sinkt die Abgeltungsteuer leicht; inklusive Soli ergeben sich insgesamt rund 27,8 % bzw. 28,0 %.

Krypto-ETP

Krypto
Börsengehandeltes Produkt, das die Wertentwicklung einer oder mehrerer Kryptowährungen abbildet.

Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) ermöglichen Investments in Kryptowährungen über ein normales Wertpapierdepot, ohne eigene Wallet. Rechtlich handelt es sich meist um Schuldverschreibungen, die häufig mit den jeweiligen Coins besichert sind; ein Emittentenrisiko bleibt. Hinzu kommen laufende Kosten. Die steuerliche Behandlung hängt von der Ausgestaltung ab und kann von der direkt gehaltener Kryptowährungen abweichen.

Kryptowährung

Krypto
Digitales Zahlungs- oder Anlagemittel, das auf einer Blockchain basiert und ohne zentrale Ausgabestelle auskommt.

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether werden über ein dezentrales Netzwerk verwaltet; Transaktionen werden kryptografisch abgesichert und in einer Blockchain gespeichert. Ihre Kurse schwanken teils sehr stark, und anders als Aktien sind sie nicht an Unternehmensgewinne gekoppelt. Kaufen kannst du sie über Krypto-Börsen, Broker oder indirekt über Krypto-ETPs. Privat gehaltene Kryptowährungen sind nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

L

Limit-Order

Börse & Handel
Auftrag mit Preisgrenze: Kauf höchstens bzw. Verkauf mindestens zum festgelegten Kurs.

Mit einem Limit legst du fest, welchen Preis du maximal zahlen oder mindestens erzielen willst. Beispiel: Eine Kauforder mit Limit 50 € wird nur ausgeführt, wenn die Aktie zu 50 € oder günstiger angeboten wird. So schützt du dich vor ungünstigen Ausführungskursen, riskierst aber, dass die Order gar nicht ausgeführt wird. Limit-Orders haben eine Gültigkeitsdauer, etwa bis Tagesende oder bis zu einem bestimmten Datum.

M

Magisches Dreieck der Geldanlage

Strategie & Kennzahlen
Modell mit den drei Anlagezielen Rendite, Sicherheit und Liquidität, die sich nicht gleichzeitig maximieren lassen.

Jede Geldanlage bewegt sich im Spannungsfeld von Rendite, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit). Tagesgeld ist sicher und schnell verfügbar, bringt aber meist wenig Rendite; Aktien bieten langfristig höhere Renditechancen, schwanken aber stark. Wer seine Ziele kennt, kann die Gewichtung bewusst wählen. Teilweise wird das Modell um Nachhaltigkeit zum magischen Viereck erweitert.

Market Maker

Börse & Handel
Handelsteilnehmer, der fortlaufend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse für Wertpapiere stellt.

Market Maker sorgen dafür, dass Wertpapiere jederzeit handelbar sind, auch wenn gerade kein passender Gegenauftrag eines anderen Anlegers vorliegt. Sie verdienen vor allem an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem Spread. Viele Neobroker arbeiten mit einzelnen Market Makern oder Handelsplätzen zusammen. Rückvergütungen von Market Makern an Broker (Payment for Order Flow) sind in der EU inzwischen verboten.

Market-Order (Bestens-/Billigst-Order)

Börse & Handel
Auftrag, der ohne Preisgrenze zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt wird.

Bei einer Market-Order kaufst du „billigst“ bzw. verkaufst „bestens“, also zum nächstmöglichen Preis. Die Ausführung ist damit sehr wahrscheinlich, der genaue Kurs aber nicht vorher festgelegt. Bei marktengen Werten, starken Kursschwankungen oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann der Ausführungskurs deutlich vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen. Wer den Preis kontrollieren möchte, nutzt eine Limit-Order.

Marktkapitalisierung

Börse & Handel
Börsenwert eines Unternehmens, berechnet als Aktienkurs mal Anzahl der ausgegebenen Aktien.

Die Marktkapitalisierung zeigt, wie hoch der Markt ein Unternehmen insgesamt bewertet. Beispiel: 100 Millionen Aktien zu je 50 € ergeben eine Marktkapitalisierung von 5 Milliarden €. Viele Indizes gewichten Unternehmen danach, oft auf Basis der frei handelbaren Aktien (Streubesitz). Große Unternehmen haben dadurch einen stärkeren Einfluss auf die Indexentwicklung.

MiCA (Markets in Crypto-Assets)

Sicherheit & Regulierung
EU-Verordnung, die Kryptowerte-Dienstleister und die Ausgabe von Kryptowerten einheitlich reguliert.

MiCA ist die Verordnung (EU) 2023/1114 und seit dem 30.12.2024 vollständig anwendbar. Krypto-Börsen, Verwahrer und Krypto-Broker benötigen nach Ablauf von Übergangsfristen eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister, die dann in der gesamten EU gilt. Zudem regelt MiCA die Ausgabe von Stablecoins und schreibt Informationspflichten sowie Regeln zur Verwahrung von Kundenvermögen vor. Vor Kursverlusten schützt die Regulierung nicht.

MiFID II

Sicherheit & Regulierung
EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, die seit 2018 Wertpapierhandel und Anlegerschutz regelt.

Die Markets in Financial Instruments Directive (Richtlinie 2014/65/EU) gilt seit dem 3. Januar 2018 und wird durch die Verordnung MiFIR ergänzt. Sie verpflichtet Anbieter unter anderem zu transparenten Kosteninformationen vor und nach dem Kauf, zur Prüfung, ob ein Produkt zu dir passt, und zur bestmöglichen Ausführung von Orders. Auch der Umgang mit Zuwendungen ist darin geregelt.

MSCI World

Fonds & ETFs
Bekannter Aktienindex mit großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Der MSCI World umfasst mehr als 1.000 Unternehmen und ist Grundlage vieler ETFs. Die Gewichtung richtet sich nach der Marktkapitalisierung, weshalb US-Unternehmen und große Technologiewerte einen hohen Anteil haben. Schwellenländer wie China oder Indien sind nicht enthalten; wer sie abdecken möchte, kombiniert ihn mit einem Emerging-Markets-ETF oder wählt einen breiteren Index wie den FTSE All-World.

N

Neobroker

Börse & Handel
Digitaler, meist App-basierter Broker mit schlankem Angebot und niedrigen Handelskosten.

Neobroker setzen auf einfache Smartphone-Apps, günstige Orders und Sparpläne. Dafür sind Auswahl an Handelsplätzen, Ordertypen oder Service oft eingeschränkter als bei klassischen Onlinebrokern. Manche haben eine eigene Banklizenz, andere arbeiten mit Partnerbanken zusammen. Vor dem EU-weiten Verbot finanzierten sich einige Neobroker teilweise über Payment for Order Flow.

NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungsbescheinigung)

Steuern
Bescheinigung des Finanzamts, mit der Kapitalerträge vollständig ohne Steuerabzug ausgezahlt werden.

Eine NV-Bescheinigung erhalten Personen, deren gesamtes Einkommen voraussichtlich unter dem Grundfreibetrag zuzüglich Sparerpauschbetrag liegt, etwa Kinder, Studierende oder Rentner mit geringem Einkommen. Anders als der Freistellungsauftrag ist sie nicht auf 1.000 € begrenzt. Sie wird beim Finanzamt beantragt, gilt in der Regel bis zu drei Jahre und wird bei der Bank eingereicht.

O

Ordergebühr

Kosten
Gebühr, die ein Broker für die Ausführung eines Kauf- oder Verkaufsauftrags berechnet.

Ordergebühren können als fester Betrag, als Prozentsatz des Ordervolumens oder als Kombination mit Mindest- und Höchstbetrag berechnet werden. Bei kleinen Orders wirken feste Gebühren stark: 5 € auf eine Order von 500 € entsprechen bereits 1 %. Zusätzlich können Fremdspesen des Handelsplatzes anfallen. Sparplanausführungen sind bei vielen Brokern günstiger als Einzelorders.

P

Payment for Order Flow (PFOF)

Kosten
Rückvergütung, die ein Broker von einem Handelspartner für die Weiterleitung von Kundenorders erhält.

Bei PFOF leitet der Broker Orders an einen bestimmten Market Maker oder Handelsplatz weiter und erhält dafür eine Vergütung. Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt bei der bestmöglichen Ausführung. Mit der überarbeiteten MiFIR (Verordnung (EU) 2024/791) ist PFOF in der EU verboten; Deutschland nutzte eine Übergangsausnahme bis zum 30.06.2026. Broker, die darauf gesetzt hatten, mussten ihre Preismodelle entsprechend anpassen.

Private Key

Krypto
Geheimer kryptografischer Schlüssel, der den Zugriff auf die Kryptowerte einer Adresse ermöglicht.

Wer den Private Key kennt, kann über die zugehörigen Kryptowerte verfügen – geht er verloren, sind die Coins in der Regel unwiederbringlich weg. Viele Wallets leiten die Schlüssel aus einer Wiederherstellungsphrase (Seed Phrase) aus 12 oder 24 Wörtern ab. Diese solltest du offline sicher aufbewahren und niemals weitergeben; seriöse Anbieter fragen nie danach.

Q

Quellensteuer

Steuern
Steuer, die ein Staat direkt an der Quelle auf Dividenden oder Zinsen einbehält, bevor sie ausgezahlt werden.

Bei ausländischen Aktien behält das Herkunftsland häufig Quellensteuer ein. Dank Doppelbesteuerungsabkommen ist ein Teil davon auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar. Beispiel USA: Liegt das Formular W-8BEN vor, werden 15 % einbehalten, die in Deutschland angerechnet werden. In manchen Ländern wird mehr einbehalten als anrechenbar ist; den Überschuss musst du dann selbst im Ausland zurückfordern.

R

Rebalancing

Strategie & Kennzahlen
Regelmäßiges Zurückführen eines Portfolios auf die ursprünglich festgelegte Gewichtung.

Durch unterschiedliche Wertentwicklungen verschiebt sich die Aufteilung eines Depots mit der Zeit. Beispiel: Aus geplanten 70 % Aktien und 30 % Anleihen werden nach einem starken Börsenjahr 80 % zu 20 %. Beim Rebalancing verkaufst du Teile des Gewinners oder lenkst neue Sparraten um, um das Risiko wieder auf das gewünschte Niveau zu bringen. Verkäufe können Kosten und Steuern auslösen; Robo-Advisor übernehmen das automatisch.

Rendite

Strategie & Kennzahlen
Gesamtertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, meist in Prozent pro Jahr angegeben.

Die Rendite berücksichtigt Kursveränderungen und Erträge wie Dividenden oder Zinsen. Beispiel: Steigt eine Anlage innerhalb eines Jahres von 1.000 € auf 1.050 € und es fließen 20 € Dividende, beträgt die Rendite 7 %. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen nominaler Rendite und realer Rendite nach Abzug der Inflation sowie zwischen Renditen vor und nach Kosten und Steuern.

Replikation

Fonds & ETFs
Methode, mit der ein ETF die Wertentwicklung seines Index nachbildet – physisch oder synthetisch.

Bei der physischen Replikation kauft der ETF die im Index enthaltenen Wertpapiere, entweder vollständig oder als repräsentative Auswahl (Sampling). Bei der synthetischen Replikation wird die Indexrendite über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einem Kontrahenten erzielt; das Kontrahentenrisiko ist bei OGAW-ETFs regulatorisch begrenzt. Beide Methoden sind verbreitet, für Anleger zählen vor allem Kosten und Tracking Difference.

Risikoklasse

Strategie & Kennzahlen
Einstufung von Finanzprodukten nach ihrem Risiko, häufig auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 7 (hoch).

Im Basisinformationsblatt vieler Anlageprodukte findest du einen Gesamtrisikoindikator mit den Stufen 1 bis 7, der Markt- und Kreditrisiko zusammenfasst. Breite Aktien-ETFs liegen oft im mittleren Bereich, Krypto-ETPs meist in den höchsten Stufen. Zusätzlich ordnen Banken und Robo-Advisor dich anhand deiner Angaben zu Erfahrung, Zielen und Risikobereitschaft einem Anlegerprofil zu. Die Einstufung ist eine Orientierung, keine Garantie.

Robo-Advisor

Strategie & Kennzahlen
Digitale Vermögensverwaltung, die Geld nach festen Regeln meist in ETF-Portfolios anlegt und automatisch betreut.

Nach einem Online-Fragebogen zu Zielen, Anlagehorizont und Risikobereitschaft schlägt der Robo-Advisor eine Portfolio-Strategie vor und setzt sie um. Er übernimmt laufende Aufgaben wie Rebalancing und Wiederanlage. Dafür fällt in der Regel eine jährliche Verwaltungsgebühr an, zusätzlich zu den Produktkosten der ETFs. Robo-Advisor richten sich vor allem an Anleger, die sich wenig selbst um ihr Depot kümmern möchten.

S

Sharpe Ratio

Strategie & Kennzahlen
Kennzahl, die die Überrendite einer Anlage ins Verhältnis zu ihrem Risiko (Volatilität) setzt.

Die Sharpe Ratio berechnet sich aus Rendite minus risikolosem Zins, geteilt durch die Volatilität. Beispiel: Bei 8 % Rendite, 2 % risikolosem Zins und 15 % Volatilität ergibt sich (8 − 2) ÷ 15 = 0,4. Je höher der Wert, desto mehr Rendite wurde pro Einheit Risiko erzielt. Sie eignet sich zum Vergleich ähnlicher Anlagen, beruht aber auf Vergangenheitswerten.

Solidaritätszuschlag

Steuern
Zuschlag von 5,5 % auf die Abgeltungsteuer, der auf Kapitalerträge weiterhin erhoben wird.

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % der Abgeltungsteuer, also 1,375 % der steuerpflichtigen Kapitalerträge. Zusammen mit den 25 % Abgeltungsteuer ergibt sich ein Steuersatz von 26,375 %. Anders als bei der Lohn- und Einkommensteuer, wo er für die meisten Steuerzahler seit 2021 entfällt, wird er auf Kapitalerträge grundsätzlich weiter einbehalten. Bei geringem Einkommen kann er über die Günstigerprüfung ganz oder teilweise erstattet werden.

Sondervermögen

Sicherheit & Regulierung
Vermögen, das rechtlich getrennt vom Vermögen eines Instituts verwahrt wird und bei dessen Insolvenz geschützt ist.

Wertpapiere in deinem Depot bleiben dein Eigentum und zählen nicht zur Insolvenzmasse der Bank oder des Brokers; im Insolvenzfall werden sie herausgegeben oder auf ein anderes Depot übertragen. Auch das Vermögen eines ETFs oder Investmentfonds ist Sondervermögen und von der Fondsgesellschaft getrennt. Davon zu unterscheiden ist das Emittentenrisiko: Zertifikate, ETCs oder Krypto-ETPs sind Schuldverschreibungen, deren Wert von der Zahlungsfähigkeit des Herausgebers abhängt.

Sparerpauschbetrag

Steuern
Jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € für Ledige, 2.000 € für zusammenveranlagte Paare.

Bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags bleiben Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei; die Beträge gelten seit 2023. Damit die Bank keine Abgeltungsteuer einbehält, musst du einen Freistellungsauftrag erteilen. Tatsächliche Werbungskosten, etwa Depotgebühren, können nicht zusätzlich abgezogen werden. Nicht genutzte Beträge verfallen am Jahresende.

Sparplan

Börse & Handel
Regelmäßige, automatische Investition eines festen Betrags in ETFs, Fonds, Aktien oder Kryptowährungen.

Bei einem Sparplan legst du Betrag, Intervall und Wertpapier einmal fest, danach wird zum Beispiel monatlich automatisch gekauft. So baust du ohne großen Aufwand schrittweise Vermögen auf und nutzt den Cost-Average-Effekt. Beispiel: 100 € im Monat ergeben über 20 Jahre 24.000 € an Einzahlungen, hinzu kommen mögliche Erträge. Viele Anbieter ermöglichen Sparpläne schon ab kleinen Beträgen.

Spekulationsfrist (Haltefrist)

Steuern
Frist, nach der Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei sind – bei Kryptowährungen ein Jahr.

Verkaufst du privat gehaltene Kryptowährungen nach mehr als einem Jahr Haltedauer, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb eines Jahres gilt dein persönlicher Einkommensteuersatz. Liegen alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr zusammen unter der Freigrenze von 1.000 € (seit 2024), bleiben sie steuerfrei, sonst ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Für Aktien und ETFs, die nach 2008 gekauft wurden, gibt es keine Spekulationsfrist; hier gilt die Abgeltungsteuer.

Spread (Geld-Brief-Spanne)

Kosten
Differenz zwischen Kaufkurs (Brief) und Verkaufskurs (Geld) eines Wertpapiers.

Der Spread ist ein versteckter Kostenfaktor: Kaufst du zum Briefkurs und verkaufst sofort wieder zum Geldkurs, entsteht ein Verlust in Höhe der Spanne. Beispiel: Bei 100,00 € Geld und 100,20 € Brief beträgt der Spread 0,20 € bzw. rund 0,2 %. Bei liquiden Aktien und großen ETFs ist er meist gering, bei marktengen Werten, in hektischen Marktphasen oder außerhalb der Haupthandelszeiten oft höher.

Stablecoin

Krypto
Kryptowert, dessen Wert an eine stabile Bezugsgröße wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt sein soll.

Stablecoins werden vor allem zum Handeln und zum Parken von Geld auf Krypto-Börsen genutzt. Die meisten sind durch Reserven wie Bankguthaben oder kurz laufende Staatsanleihen gedeckt, die Kopplung kann in Stressphasen aber wackeln. Unter MiCA gelten für Emittenten von E-Geld-Token und vermögenswertreferenzierten Token strenge Anforderungen an Zulassung und Reserven. Stablecoins sind keine Bankeinlagen und fallen nicht unter die Einlagensicherung.

Staking

Krypto
Hinterlegen von Kryptowerten zur Absicherung eines Proof-of-Stake-Netzwerks gegen eine Belohnung.

Bei Proof-of-Stake-Blockchains wie Ethereum bestätigen Teilnehmer Transaktionen, die dafür Coins hinterlegen, und erhalten im Gegenzug Belohnungen in Form neuer Coins. Viele Krypto-Börsen bieten Staking als Dienstleistung an. Risiken sind unter anderem Kursschwankungen, Sperrfristen und mögliche Strafen (Slashing) bei Fehlverhalten eines Validators. Staking-Erträge sind in der Regel steuerpflichtig.

Stop-Loss-Order

Börse & Handel
Verkaufsauftrag, der automatisch ausgelöst wird, wenn ein Wertpapier einen festgelegten Kurs erreicht oder unterschreitet.

Eine Stop-Loss-Order soll Verluste begrenzen: Fällt der Kurs auf den gesetzten Stoppkurs, wird daraus eine Market-Order. Der tatsächliche Verkaufspreis kann dabei – etwa bei Kurslücken über Nacht – deutlich unter dem Stoppkurs liegen. Eine Stop-Limit-Order verhindert das, wird dann aber womöglich nicht ausgeführt. Bei schwankungsreichen Werten kann ein zu eng gesetzter Stopp schon durch kurzfristige Ausschläge ausgelöst werden.

T

Teilfreistellung

Steuern
Steuerfreier Anteil von Fondserträgen, der die Steuerbelastung auf Ebene des Fonds ausgleichen soll.

Bei Aktienfonds mit mindestens 51 % Aktienanteil bleiben 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienanteil 15 %. Die Teilfreistellung gilt für Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Verkaufsgewinne. Beispiel: Von 1.000 € Gewinn mit einem Aktien-ETF sind nur 700 € steuerpflichtig. Sie gleicht aus, dass bestimmte Erträge bereits innerhalb des Fonds besteuert werden.

TER (Total Expense Ratio)

Kosten
Laufende jährliche Gesamtkosten eines Fonds oder ETFs in Prozent des Fondsvermögens.

Die TER umfasst unter anderem Verwaltungs-, Verwahr- und sonstige laufende Kosten und wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen. Beispiel: Bei einer TER von 0,20 % und 10.000 € Anlagebetrag fallen rechnerisch 20 € pro Jahr an. Nicht enthalten sind etwa Transaktionskosten innerhalb des Fonds sowie Order- und Depotgebühren beim Broker. Über lange Zeiträume können schon kleine Unterschiede spürbar werden.

Thesaurierend

Fonds & ETFs
Fonds oder ETF, der Erträge wie Dividenden automatisch wieder anlegt, statt sie auszuzahlen.

Bei thesaurierenden ETFs fließen Dividenden und Zinsen direkt zurück ins Fondsvermögen, sodass der Zinseszinseffekt ohne eigenes Zutun wirkt. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das bequem. Steuerlich wird jährlich gegebenenfalls die Vorabpauschale fällig, die zunächst mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet wird. Das Gegenstück sind ausschüttende Fonds.

Tracking Difference

Kosten
Abweichung zwischen der Rendite eines ETFs und der Rendite seines Index über einen bestimmten Zeitraum.

Die Tracking Difference zeigt, wie gut ein ETF seinen Index tatsächlich nachbildet, und ist aussagekräftiger als die TER allein. Beispiel: Steigt der Index in einem Jahr um 8,0 % und der ETF um 7,8 %, beträgt die Tracking Difference −0,2 Prozentpunkte. Durch Erträge aus Wertpapierleihe oder steuerliche Effekte kann sie geringer als die TER oder sogar positiv ausfallen. Am besten vergleichst du sie über mehrere Jahre.

Tradegate

Börse & Handel
Börse mit Sitz in Berlin, an der Privatanleger Aktien, ETFs und andere Wertpapiere mit langen Handelszeiten handeln können.

Tradegate ist ein Börsenplatz in Berlin, der besonders bei Privatanlegern verbreitet ist. Die Kurse werden von einem Spezialisten bzw. Market Maker gestellt, und gehandelt werden kann an Börsentagen auch am frühen Morgen und am Abend. Viele Online- und Neobroker bieten Tradegate als Ausführungsplatz an. Wie hoch Spreads und Zusatzentgelte ausfallen, hängt vom Wertpapier, von der Uhrzeit und vom Broker ab.

V

Verlustverrechnungstopf

Steuern
Konto deiner Bank, in dem realisierte Verluste erfasst und automatisch mit späteren Gewinnen verrechnet werden.

Banken führen zwei Töpfe: Verluste aus Aktienverkäufen dürfen nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, übrige Verluste etwa aus ETFs oder Anleihen mit sonstigen Kapitalerträgen. Beispiel: 500 € Verlust und später 800 € Gewinn mit Aktien – versteuert werden nur 300 €. Die Töpfe gelten pro Bank, Restverluste werden ins Folgejahr vorgetragen. Mit einer bis 15. Dezember beantragten Verlustbescheinigung verrechnest du sie über die Steuererklärung bankübergreifend.

Verrechnungskonto

Börse & Handel
Konto, über das Käufe, Verkäufe, Erträge und Gebühren eines Depots abgerechnet werden.

Auf das Verrechnungskonto zahlst du Geld ein, bevor du Wertpapiere kaufst; Verkaufserlöse, Dividenden und Zinsen werden dort gutgeschrieben. Auch Steuern wie die Vorabpauschale sowie Gebühren werden davon abgebucht. Liegt das Guthaben bei einer Bank, ist es als Einlage durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Manche Anbieter verzinsen das Guthaben.

Verwaltungsgebühr

Kosten
Laufende Gebühr für die Verwaltung eines Portfolios, etwa bei Robo-Advisors oder Vermögensverwaltern.

Die Verwaltungsgebühr wird meist als jährlicher Prozentsatz des verwalteten Vermögens berechnet und anteilig abgebucht. Beispiel: 0,75 % pro Jahr bedeuten bei 10.000 € Anlagebetrag 75 € jährlich. Hinzu kommen in der Regel die laufenden Kosten (TER) der eingesetzten ETFs oder Fonds. Für einen fairen Vergleich solltest du deshalb immer die Gesamtkosten betrachten.

VideoIdent

Sicherheit & Regulierung
Verfahren zur Identitätsprüfung per Videochat, das bei der Online-Kontoeröffnung genutzt wird.

Banken und Broker sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, die Identität neuer Kunden zu prüfen. Beim VideoIdent zeigst du in einem Videoanruf deinen Ausweis und bestätigst die Eröffnung meist per TAN. Alternativen sind etwa die Online-Ausweisfunktion (eID) oder PostIdent. Führe ein VideoIdent nur für eigene Anträge durch: Betrüger nutzen angebliche Jobangebote, um Konten in fremdem Namen zu eröffnen.

Vier-Prozent-Regel

Strategie & Kennzahlen
Faustregel, nach der im ersten Ruhestandsjahr 4 % des Vermögens entnommen und der Betrag danach an die Inflation angepasst wird.

Die Regel geht auf US-Studien zurück, vor allem auf William Bengen und die Trinity-Studie. Untersucht wurde, welche Entnahmerate mit einem Mix aus US-Aktien und -Anleihen über rund 30 Jahre in der Vergangenheit meist durchgehalten hätte. Beispiel: Bei 500.000 € Depotwert wären das im ersten Jahr 20.000 €. Für längere Zeiträume, andere Märkte und europäische Anleger mit Kosten und Steuern ist sie mit Vorsicht zu genießen.

Volatilität

Strategie & Kennzahlen
Maß für die Schwankungsbreite der Kurse oder Renditen einer Anlage innerhalb eines Zeitraums.

Die Volatilität wird meist als annualisierte Standardabweichung der Renditen angegeben. Eine hohe Volatilität bedeutet starke Kursschwankungen nach oben wie nach unten. Aktien sind in der Regel volatiler als Anleihen, Kryptowährungen oft deutlich volatiler als Aktien. Sie ist ein gängiges, aber unvollständiges Risikomaß, denn sie sagt wenig über die Tiefe einzelner Verlustphasen aus.

Vorabpauschale

Steuern
Fiktiver Mindestertrag, der bei Fonds und ETFs jährlich versteuert wird – vor allem relevant bei thesaurierenden Fonds.

Die Vorabpauschale ergibt sich aus Fondswert zu Jahresbeginn × Basiszins × 0,7, abzüglich Ausschüttungen, und ist auf die tatsächliche Wertsteigerung begrenzt. Den Basiszins legt das Bundesfinanzministerium jährlich fest. Beispiel mit angenommenen 2 %: 10.000 € × 2 % × 0,7 = 140 €, bei Aktienfonds sind davon 70 % steuerpflichtig. Die Steuer wird Anfang des Folgejahres abgebucht und mindert den steuerpflichtigen Gewinn beim späteren Verkauf.

W

Währungsumrechnung

Kosten
Umtausch von Euro in eine Fremdwährung oder umgekehrt, etwa beim Handel an ausländischen Börsen.

Kaufst du Wertpapiere in Fremdwährung, etwa US-Aktien an einer US-Börse, rechnet der Broker den Betrag um. Dabei können Aufschläge auf den Devisenkurs oder separate Gebühren anfallen, die in Preisübersichten leicht übersehen werden. Unabhängig davon besteht ein Wechselkursrisiko, wenn die Anlage selbst in Fremdwährung investiert – auch wenn du sie an einer deutschen Börse in Euro kaufst.

Wallet (Krypto-Wallet)

Krypto
Software oder Gerät, mit dem du die Schlüssel zu deinen Kryptowerten verwaltest und Transaktionen ausführst.

Eine Wallet speichert nicht die Coins selbst, sondern die privaten Schlüssel, mit denen du über die Kryptowerte auf der Blockchain verfügst. Hot Wallets sind mit dem Internet verbunden und bequem, Cold Wallets wie Hardware-Wallets arbeiten offline und sind besser gegen Hackerangriffe geschützt. Bei einer Custodial Wallet verwahrt ein Anbieter die Schlüssel für dich, bei einer Self-Custody-Wallet trägst du selbst die volle Verantwortung.

WKN (Wertpapierkennnummer)

Börse & Handel
Sechsstellige deutsche Kennnummer für Wertpapiere, bestehend aus Ziffern und Großbuchstaben.

Die WKN wird in Deutschland zur Identifikation von Wertpapieren verwendet, etwa 716460 für die SAP-Aktie. Sie ist kürzer und leichter zu merken als die ISIN, gilt aber nur national. International hat sich die ISIN als Standard durchgesetzt; die meisten Broker akzeptieren bei der Suche beide Nummern.

X

Xetra

Börse & Handel
Elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse in Frankfurt am Main und einer der wichtigsten Handelsplätze für Aktien und ETFs.

Über Xetra werden Aktien, ETFs und andere Wertpapiere vollelektronisch gehandelt; Kauf- und Verkaufsaufträge werden automatisch zusammengeführt. Die regulären Handelszeiten liegen an Börsentagen zwischen 9:00 und 17:30 Uhr. Wegen der hohen Liquidität sind die Spreads bei gängigen Werten oft gering. Neben der Ordergebühr des Brokers fallen häufig zusätzliche Börsenentgelte an.

Z

Zinseszins

Strategie & Kennzahlen
Effekt, bei dem Erträge wieder angelegt werden und in den Folgejahren selbst Erträge abwerfen.

Durch den Zinseszins wächst ein Vermögen nicht linear, sondern exponentiell, besonders über lange Zeiträume. Beispiel: 10.000 € wachsen bei 5 % pro Jahr in 10 Jahren auf rund 16.289 €, in 30 Jahren auf rund 43.219 €. Je früher du beginnst und je geringer die Kosten sind, desto stärker wirkt der Effekt.

Zuwendungen (Provisionen)

Kosten
Zahlungen, die Banken oder Vermittler von Produktanbietern für den Vertrieb von Finanzprodukten erhalten.

Typische Zuwendungen sind Vertriebs- und Bestandsprovisionen, die Fondsgesellschaften an Banken oder Vermittler zahlen; finanziert werden sie meist aus den Produktkosten. Sie können Interessenkonflikte schaffen, weil provisionsstarke Produkte für den Vertrieb attraktiver sind. Nach MiFID II müssen Zuwendungen offengelegt werden und sind nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Angaben dazu findest du in den Kosteninformationen vor und nach dem Kauf.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Sicherheit & Regulierung
Anmeldeverfahren, bei dem neben dem Passwort ein zweiter, unabhängiger Nachweis nötig ist.

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung kombinierst du etwas, das du weißt (Passwort), mit etwas, das du besitzt (etwa Smartphone oder Sicherheitsschlüssel), oder einem biometrischen Merkmal. So reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht für den Zugriff aus. Authenticator-Apps oder Hardware-Schlüssel gelten als sicherer als SMS-Codes. Bei Brokern und Krypto-Börsen solltest du 2FA immer aktivieren.