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So vergleichen wir
Grundlagen

Depot eröffnen: In 6 Schritten zum eigenen Wertpapierdepot

Depot eröffnen leicht gemacht: So findest du den passenden Broker, meisterst die Identifizierung und legst deine erste Order oder deinen ersten Sparplan an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Depot eröffnest du heute meist komplett online: Antrag ausfüllen, per Video-Ident oder eID identifizieren, fertig.
  • Vergleiche vorher Kosten, Sparplanangebot und Handelsplätze – die Wahl des Brokers prägt deine Kosten über Jahre.
  • Nach der Freischaltung: Verrechnungskonto füllen, Freistellungsauftrag erteilen, erste Order oder Sparplan anlegen.

Ein Wertpapierdepot ist die Voraussetzung, um Aktien, ETFs oder Anleihen zu kaufen. Früher bedeutete das einen Termin in der Filiale, Papierformulare und etwas Wartezeit. Heute eröffnest du ein Depot in den meisten Fällen online – oft in einem Durchgang vom Sofa aus.

Damit die Eröffnung reibungslos läuft und du dich später nicht über Gebühren oder fehlende Funktionen ärgerst, lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen. In diesem Ratgeber gehen wir die sechs Schritte von der Vorbereitung bis zur ersten Order durch.

Was ist ein Depot überhaupt?

Ein Depot ist ein Verwahrkonto für Wertpapiere. Darin liegen deine Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen. Zu fast jedem Depot gehört ein Verrechnungskonto. Über dieses Konto laufen Käufe und Verkäufe, Dividenden, Zinsen und Gebühren.

Wichtig für dein Sicherheitsgefühl: Die Wertpapiere im Depot gehören dir, nicht dem Broker. Sie gelten als Sondervermögen und fallen bei einer Insolvenz des Brokers oder der Depotbank nicht in die Insolvenzmasse. Wie das genau funktioniert und welche Grenzen es gibt, erklären wir in unserem Ratgeber Wie sicher ist mein Geld beim Broker?.

Schritt 1: Klären, was du vorhast

Bevor du Anbieter vergleichst, solltest du wissen, wofür du das Depot nutzen willst. Ein Depot für einen monatlichen ETF-Sparplan stellt andere Anforderungen als eines für regelmäßigen Aktienhandel. Diese Fragen helfen bei der Einordnung:

  • Willst du vor allem regelmäßig sparen oder gezielt einzelne Wertpapiere kaufen?
  • Wie oft wirst du voraussichtlich handeln – einmal im Jahr oder jede Woche?
  • Welche Produkte brauchst du: nur ETFs oder auch Einzelaktien, Anleihen, aktive Fonds?
  • Ist dir eine persönliche Ansprechperson wichtig?
  • Soll das Depot dir allein gehören, gemeinsam mit Partnerin oder Partner geführt werden oder für ein Kind sein? Für Letzteres gibt es eigene Regeln, siehe unseren Ratgeber zum Kinderdepot.
Dein Vorhaben Darauf solltest du besonders achten
ETF-Sparplan mit kleinen Monatsraten Auswahl sparplanfähiger ETFs, Ausführungskosten, Mindestrate
Gelegentlich Einzelaktien kaufen Ordergebühren, verfügbare Handelsplätze, Limit-Orders
Häufig handeln Kosten pro Order, Spreads, Handelszeiten
Persönliche Betreuung Filiale oder Telefon-Support, Depotgebühr
Gemeinsames Depot Angebot von Gemeinschaftsdepots

Wenn du unsicher bist, welcher Anbietertyp zu dir passt, kann dir unser Plattform-Finder mit wenigen Fragen eine erste Richtung geben.

Schritt 2: Broker vergleichen

Der wichtigste Schritt passiert vor dem Antrag. Die Wahl des Brokers bestimmt, was dich jede Order und jede Sparplanausführung kostet – und das über viele Jahre. Achte auf diese Kostenpunkte:

  • Depotgebühr: Viele Neobroker und Direktbanken verlangen typischerweise keine, bei Filialbanken ist sie häufiger.
  • Ordergebühren: feste Pauschale, prozentualer Anteil oder eine Mischung aus beidem.
  • Sparplankosten: pro Ausführung oder prozentual zur Rate, manchmal ganz ohne Gebühr.
  • Fremdspesen und Spread: Kosten des Handelsplatzes und die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Daneben zählen Produktauswahl, Handelsplätze, Bedienbarkeit und Service. Eine vollständige Liste mit allen Prüfpunkten findest du in unserer Broker-Checkliste. Aktuelle Konditionen vergleichst du am besten im Broker-Vergleich, denn Gebühren ändern sich regelmäßig.

Schritt 3: Antrag online ausfüllen

Hast du dich entschieden, startest du den Antrag auf der Website oder in der App des Anbieters. Lege dir vorher bereit:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • deine steuerliche Identifikationsnummer (Steuer-ID)
  • die IBAN deines Girokontos als Referenzkonto
  • ein Smartphone mit Kamera sowie E-Mail-Adresse und Handynummer

Abgefragt werden persönliche Daten, deine steuerliche Ansässigkeit und Angaben zu deinen Erfahrungen mit Wertpapieren. Letzteres ist die sogenannte Angemessenheitsprüfung, die europäische Regeln vorschreiben. Sie dient deinem Schutz: Der Broker prüft, ob du die Risiken bestimmter Produkte einschätzen kannst.

Ehrliche Angaben schaden dir nicht. Hast du wenig Erfahrung, bekommst du bei komplexen Produkten wie Derivaten einen Warnhinweis. ETFs und Aktien kannst du trotzdem kaufen.

Schritt 4: Identifizieren

Banken und Broker müssen gesetzlich prüfen, wer du bist. Dafür gibt es mehrere Verfahren:

Verfahren So funktioniert es Gut zu wissen
Video-Ident Videochat mit einer Servicekraft, du zeigst deinen Ausweis in die Kamera Gute Beleuchtung und stabiles Internet helfen
eID (Online-Ausweisfunktion) Ausweis per NFC ans Smartphone halten, PIN eingeben Funktioniert nur mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion
Bank-Ident Login beim bestehenden Girokonto bestätigt deine Identität Nicht jede Bank wird unterstützt
Filiale oder Post Identifizierung vor Ort mit Ausweis Dauert länger, ist bei Online-Anbietern selten

Schritt 5: Zugang einrichten und Konto füllen

Nach erfolgreicher Prüfung erhältst du deine Zugangsdaten – je nach Anbieter sofort in der App oder per Post. Richte direkt die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, falls sie nicht ohnehin Pflicht ist. Dann überweist du Geld von deinem Referenzkonto auf das Verrechnungskonto.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für den Freistellungsauftrag. Damit bleiben Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei: 1.000 € pro Jahr für Ledige, 2.000 € für Zusammenveranlagte. Ohne Freistellungsauftrag zieht der Broker die Abgeltungsteuer direkt ab, und du musst sie dir über die Steuererklärung zurückholen.

Schritt 6: Erste Order oder Sparplan anlegen

Für den Kauf suchst du das Wertpapier am besten über seine ISIN oder WKN. So vermeidest du Verwechslungen bei ähnlich klingenden Namen. Danach wählst du:

  1. Handelsplatz: Börse oder außerbörslicher Handel. Viele Neobroker bieten nur wenige Handelsplätze an, Online-Broker oft deutlich mehr.
  2. Ordertyp: Bei einer Market-Order kaufst du zum nächsten verfügbaren Kurs. Mit einer Limit-Order legst du einen Höchstpreis fest. Gerade außerhalb der Haupthandelszeiten oder bei wenig gehandelten Papieren ist ein Limit sinnvoll.
  3. Stückzahl oder Betrag: Manche Anbieter erlauben den Kauf von Bruchstücken, also Anteilen unter einem ganzen Stück.

Für einen Sparplan gibst du Betrag, Intervall und Ausführungstag an. Die erste Ausführung kann je nach Stichtag einige Tage oder Wochen später liegen. Wie hoch dein Vermögen bei regelmäßigem Sparen wachsen kann, zeigt dir unser Sparplanrechner.

Typische Fragen zur Depoteröffnung

Kostet die Eröffnung etwas? In der Regel nicht. Kosten entstehen erst durch Depotführung, Orders oder Sparpläne.

Wie lange dauert es? Bei vielen Online-Anbietern ist das Depot nach wenigen Minuten bis einigen Tagen nutzbar. Kommen Zugangsdaten per Post, dauert es entsprechend länger.

Darf ich mehrere Depots haben? Ja. Viele Anlegerinnen und Anleger nutzen zum Beispiel ein Depot für Sparpläne und ein zweites für Einzelaktien. Achte dann auf die Aufteilung deines Freistellungsauftrags.

Kann ich später wechseln? Ja, über einen Depotübertrag ziehen deine Wertpapiere zum neuen Anbieter um, ohne dass du sie verkaufen musst.

Fazit

Ein Depot zu eröffnen ist heute keine große Hürde mehr. Die eigentliche Arbeit liegt davor: Kläre, was du mit dem Depot vorhast, und vergleiche Anbieter vor allem nach laufenden Kosten, Sparplanangebot und Handelsmöglichkeiten. Danach folgen Antrag, Identifizierung, Freistellungsauftrag und die erste Order. Nimm dir für die Auswahl Zeit – für die Eröffnung selbst brauchst du dann meist nur noch wenige Minuten.

Begriffe aus diesem Artikel

Depot (Wertpapierdepot)
Konto bei einer Bank oder einem Broker, in dem deine Wertpapiere verwahrt und verwaltet werden.
Verrechnungskonto
Konto, über das Käufe, Verkäufe, Erträge und Gebühren eines Depots abgerechnet werden.
VideoIdent
Verfahren zur Identitätsprüfung per Videochat, das bei der Online-Kontoeröffnung genutzt wird.
Freistellungsauftrag
Auftrag an deine Bank, Kapitalerträge bis zu einem festgelegten Betrag ohne Steuerabzug auszuzahlen.
Sparplan
Regelmäßige, automatische Investition eines festen Betrags in ETFs, Fonds, Aktien oder Kryptowährungen.
Limit-Order
Auftrag mit Preisgrenze: Kauf höchstens bzw. Verkauf mindestens zum festgelegten Kurs.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.